Michael Martens
Michael MartensPastor

Michael ist in Oldenburg aufgewachsen und studierte Theologie an der Freien Theologischen Akademie (FTA, heute FTH) in Gießen. Sein Pastorendasein begann mit einer Gemeindegründungsarbeit in der Nähe von Frankfurt/Main. Nach 10 Jahren Pastorendienst verbrachte Michael mit seiner Familie ein Jahr in Philadelphia (USA), um bei der Christian Counseling & Educational Foundation (CCEF) im Bereich Seelsorge zu studieren. Anschließend kam er zur FeG Syke, wo er seit 2003 als Pastor dient. Neben dem Pastorendienst unterrichtet Michael an verschiedenen Bibelschulen und ist gelegentlich auch zu Gemeindeseminaren, Konferenzen und Netzwerkarbeit unterwegs.

Michael ist seit über 25 Jahren glücklich verheiratet mit Conny und hat 2 Töchter und 2 Söhne.
Auf die Frage hin, weshalb Biblische Seelsorge für ihn so wichtig ist, antwortete Michael:
Mein erster Kontakt mit Biblischer Seelsorge war eine Woche Seelsorge-Unterricht im Jahr 1986 bei J. E. Adams in einer Bibelschule in den USA. Mein Interesse an Seelsorge war geweckt, ich las verschiedene Bücher, hatte im späteren Theologiestudium jedoch nur wenig mit Seelsorge zu tun und landete folglich nach dem Studium beim Start einer Gemeindegründungsarbeit „im kalten Wasser“ – besonders was Seelsorge anging.

In meinen ersten 10 Jahren Gemeindearbeit in Deutschland wurde die Frage nach Seelsorge bei mir notgedrungen immer größer. So wuchs das Anliegen, mehr zu lernen über Seelsorge, wie die Bibel sie lehrt. Jesus war und ist ja schließlich der wunderbare Ratgeber. Doch auf der Suche nach Weiterbildung begegneten mir hauptsächlich „christianisierte“ säkulare Beratungs-Modelle, bei denen nicht der Versuch gemacht worden schien, Seelsorge aus dem Wort Gottes auf der Grundlage einer biblischen Theologie zu entwickeln. Daneben begegnete mir auch biblisch orientierte Seelsorge, die aber in einer Weise polemisch in ihrem Auftreten war, dass ich mich damit nicht identifizieren konnte.

Schließlich wurde ich auf CCEF hingewiesen und nahm im Sommer 2001 als Gasthörer an Doctor of Ministry Kursen am Westminster Theological Seminary (WTS) teil. Das Gelernte war so überzeugend, dass meine Frau und ich beschlossen, mit unseren Kindern in 2003 für ein „Sabbatjahr“ zu CCEF/ WTS zu gehen, um Biblische Seelsorge zu studieren.

Ab Sommer 2003 wieder vollzeitlich als Pastor in Deutschland, wurde ich gefragt, an einer Bibelschule Seelsorge zu unterrichten; eine zweite Bibelschule kam bald darauf hinzu und über Mitarbeiter entstand der Kontakt zu Christian Andresen vom EBTC in Berlin. In 2009 trafen Christian und ich uns zum ersten Mal, um über die Entwicklung von Biblischer Seelsorge in Deutschland zu sprechen.

Christian Andresen
Christian AndresenDirektor des EBTC

Christian ist Absolvent des Logos Bibelinstituts und des Master’s Seminary in Kalifornien, USA. Er diente in der Grace Community Church und in Braunschweig in den Bereichen Jugend- und Missionsarbeit. Zurzeit dient er in der Evangeliums-Christengemeinde Hellersdorf in der Leitung und ist mit seiner Frau für die Kinderarbeit verantwortlich. Christian ist der Gründer und Leiter des EBTC. Er ist verantwortlich für die Leitung und Organisation der Bibelschule, unterrichtet Hermeneutik, Praktische Theologie und viele Fächer in der Seelsorgeausbildung.

Er ist verheiratet mit Sheryl und hat vier Kinder und drei Enkel.

Auf die Frage hin weshalb Biblische Seelsorge für ihn so wichtig ist, antwortete Christian:

Meine Frau und ich beschäftigen uns schon seit über 25 mit aktiver Seelsorge. Seelsorge war schon immer ein wichtiger Teil meines Dienstes, als Gemeindegründer, Missionar und Schulleiter. Ich sehe die zentrale Verantwortung eines Hirten darin, die ihm anvertrauten Schafe in Heiligung anzuleiten, damit sie zur Ehre Gottes leben, indem sie lernen Sünden auf eine biblische Art und Weise zu korrigieren.

Über die Jahre haben meine Frau und ich, auch durch die Erziehung unserer Kinder, gelernt was es bedeutet andere zur geistlichen Reife hin zu begleiten. Dabei ist uns diese eine Sache immer wichtiger geworden: die korrekte Auslegung der Schrift. In der Schrift ist die einzig wahre Hoffnung für den Menschen zu finden, besonders wenn es um lebensbeherrschende Sünden geht. Es geht hierbei um die Erkenntnis von Jesus Christus, wie Paulus es auch in Kolosser 1,18 deutlich macht:

„Ihn verkündigen wir, indem wir jeden Menschen ermahnen und jeden Menschen lehren in aller Weisheit, um jeden Menschen vollkommen in Christus Jesus darzustellen.“ (Kol. 1,28)

Ich sehe den Auftrag eines Hirten darin, dass er das Wort Gottes klar und deutlich verkündigt, aber gleichzeitig auch jeder einzelnen Person hilft, dieses Wort für sein Leben anzuwenden. Der Weg dahin geht alleine über Jüngerschaft, ohne welche wir Menschen nur schwer lernen die Gebote Gottes umzusetzen. Ohne Jüngerschaft ist es nicht möglich den Einzelnen zuzurüsten. Deshalb ist es unser Ziel so viele Leute wie möglich auszubilden, damit sie in ihren Gemeinden dienen und ihre Hirten unterstützen können. Das Ziel ist es die Gläubigen zur Reife in Christus zu führen, indem sie Gott mit ihrem ganzen Leben verherrlichen (Eph. 4,13; Röm. 12,2; Eph. 4,13).

Michael Leister
Michael LeisterÄltester

Michael war Student der Betriebswirtschaftslehre, als er zum lebendigen Glauben an Jesus Christus kam. Nach seiner Bekehrung besuchte er die Fackelträger-Bibelschule in Kanada. Anschließend gebrauchte ihn der Herr in einer Gemeindegründungsarbeit in Hünfeld/Hessen, wo er heute im Ältestendienst tätig ist. Seit 1996 arbeitet er im Vorstand der „Konferenz für Gemeindegründung“ (KfG) mit.

Biblische Seelsorge studierte Michael in Südafrika unter Wayne Mack und am Master´s College in den USA. Er lehrt Theologie der Biblischen Seelsorge und weitere Kurse am Europäischen Bibel Trainings Centrum (EBTC).

Auf die Frage hin, weshalb Biblische Seelsorge für ihn so wichtig ist, antwortete Michael:

Ich war bereits einige Jahre im Dienst als Ältester tätig, hatte jedoch bis dahin relativ wenig oder gar keine Berührungspunkte mit dem Thema Seelsorge, so dachte ich wenigstens. Mein Denken in Bezug auf Seelsorge war ohnehin zu diesem Zeitpunkt alles andere als gesund bzw. biblisch. Bei Seelsorge dachte ich an Menschen mit speziellen Problemen, die wiederum Hilfe bei Menschen mit speziellen Fähigkeiten suchen. Doch gerade im Dienst als Ältester wurde und wird schnell deutlich, dass man an den alltäglichen Herausforderungen und Problemen der Geschwister nicht einfach vorbeigehen kann. So wichtig auch gute und auslegende Predigten bzw. Bibelarbeiten sein mögen, sie sind dennoch kein Ersatz für konkrete Lebenshilfe, die viele von uns im Laufe ihrer Nachfolge benötigen. Die konkreten Nöte einzelner Geschwister aus der Gemeinde und meine damit verbundene Hilflosigkeit, ihnen mit mehr als guten Wünschen oder einem Gebet zur Seite zu stehen, wurden somit zu einem wichtigen Faktor, der mich zur Biblischen Seelsorge geführt hat.

Persönlich prägend war für mich die Teilnahme an einem Seminar für Biblische Seelsorge am EBTC in Berlin. Darüber hinaus wurde für mich eine KfG-Konferenz mit Wayne Mack bedeutsam. Dieser erwähnte die Möglichkeit über einen Zeitraum von zwei Jahren durch Blockseminare in Pretoria/Südafrika eine Grundausbildung in Biblischer Seelsorge zu machen – und verschiedene Menschen ermutigten mich zu einer Teilnahme. Sie wurde eine der geistlich prägendsten Erfahrungen meines Lebens. Der Wert dieser Seelsorgeausbildung lag für mich vor allem darin zu erkennen, wie der reiche Schatz biblischer Wahrheiten und Weisheiten, die uns schon längst in Seinem Wort anvertraut sind und die vielen von uns auch mehr oder minder gut bekannt sind, ganz praktisch auf das alltägliche Leben anzuwenden sind.

Nach Abschluss dieser Ausbildung in Biblischer Seelsorge eröffnete das EBTC in Berlin den einjährigen Seelsorgekurs, bei dem ich seit Beginn als Lehrer dienen darf. Ich verstehe mich aber vor allem im Bereich der Seelsorge als lebenslanger Schüler. Gerade darf ich meine Seelsorgeausbildung im Masterprogramm  am Master´s College in den USA zum Abschluss bringen.

Die Biblische Seelsorge hat nicht nur mein eigenes Leben, sondern auch meinen Dienst als Ältester in der Gemeinde von Grund auf verändert. Das Wort Gottes und das Evangelium unseres Herrn Jesus Christus darf ich seit dieser Zeit nicht nur als „Eintrittskarte in den Himmel“, sondern als Fahrplan und Kraftquelle für das alltägliche Leben im Hier und Heute erkennen. Heute bin ich mir bewusst, dass Biblische Seelsorge so viel mehr ist als „nur“ der Versuch, Probleme zu lösen. Seelsorge ist angewandte Theologie, Seelsorge ist Jüngerschaft. Seelsorge will, wie jeder andere Dienst der Gemeinde, Menschen helfen, ein Leben zur Ehre Gottes zu führen (Kol 1,28).

Friedhelm Anhuth
Friedhelm AnhuthVerlagsleiter 3L-Verlag

Friedhelm Anhuth leitet nach 35jähriger Berufstätigkeit in der Wirtschaft zusammen mit seiner Frau Gudrun den 3L Verlag, der im Februar 2000 in Friedberg gegründet wurde.
Gemeinsam mit Michael Martens als Pastor war Friedhelm mehrere Jahre Ältester in der FeG Friedberg.

 

Auf die Frage hin, weshalb Biblische Seelsorge für ihn so wichtig ist, antwortet Friedhelm:

Es begann mit dem Lesen der Puritaner, die im Kern immer wieder auf die Notwendigkeit der Veränderung des Herzens hinweisen, um in der persönlichen Heiligung zu wachsen. Dies ist ja auch ein zentraler Punkt in der Biblischen Seelsorge. Praktizierte Biblische Seelsorge ist nicht nur wichtig für Kirchen und Gemeinden allgemein, sondern für jeden einzelnen von uns, um ein Leben zur Ehre und Herrlichkeit Gottes zu führen.

Aus diesem Grund war Biblische Seelsorge im 3L Verlagsprogramm von Anfang an ein Schwerpunkt. So veröffentlichten wir schon im Jahr 2003 das erste Seelsorge Buch „Befreit leben“ (engl. Titel „When people are big and God is small“ von Edward T. Welch).
In der Zeit der ersten Veröffentlichung intensivierten wir auch den Kontakt zu CCEF (Christian Counseling and Educational Education) in Philadelphia und nahmen an mehreren Seelsorgekonferenzen von CCEF in den USA teil.
Da wir als Verlag von der Arbeit des CCEF und seiner Autoren wie Edward T. Welch, David Powlison und Paul D. Tripp, um nur einige zu nennen, überzeugt waren, folgten nun Jahr für Jahr mehrere Bücher dieser Autoren.
Neben diesen Veröffentlichungen weiterer Seelsorgetitel war es mir zusammen mit Michael M. immer ein Anliegen, Biblische Seelsorge in den Gemeinden bekannt zu machen. Es hat allerdings dann noch Jahre gedauert, bis diese Idee mit der Gründung des NBS verwirklicht wurde.
Mir ist es ein Anliegen, durch den 3L Verlag die Arbeit des Netzwerkes mit biblisch fundierter Seelsorge-Literatur zu unterstützen, damit neben dem Wort Gottes auch Bücher helfen, Herzen zu verändern und unserem Herrn immer ähnlicher zu werden.

Friedhelm und seine Frau Gudrun sind seit 1968 verheiratet und haben 5 Kinder und 10 Enkelkinder.

Thomas Wohler
Thomas WohlerPastor

Thomas Wohler ist Absolvent des Theologisch-Diakonischen Seminars (TDS) in Aarau / Schweiz. Er war zunächst sechs Jahre im Pfarramt der Evangelisch-reformierten Landeskirche in St.Gallen tätig und ist seit 1999 Pfarrer in der Freien Kirche Uster. Thomas ist verheiratet mit Esther und hat drei erwachsene Kinder.

Auf die Frage hin, weshalb Biblische Seelsorge für ihn so wichtig ist, antwortet Thomas:

Seit meiner Kindheit hat Gott in mein Herz ein tiefes Vertrauen in die Bibel als das wahrhaftige und unfehlbare Wort Gottes verankert. Während meiner Ausbildung sind mir die Reformatoren des 16. Jahrhunderts vertraut geworden. Ihr Leben und ihr unerschütterlicher Glaube an den Dreieinigen Gott haben mich tief beeindruckt. Die reformatorische Theologie hat mir für die Gemeindearbeit ein solides Fundament gelegt, das sich bewährt hat und immer wieder neu bewährt.

Als ich vor einigen Jahren auf den 3L-Verlag aufmerksam gemacht worden bin, las ich zuerst ein paar Bücher von Martyn Lloyd-Jones. Diese Bücher waren hilfreich und ermutigend. Da Lloyd-Jones immer wieder auf die Puritaner verwies und der 3L-Verlag anfing, eine stattliche Anzahl puritanischer Literatur herauszubringen, hat es mich vollends gepackt. Die praktische, lebensnahe und für den Glaubensalltag konkrete Theologie hat mein Interesse an Seelsorge weiter genährt. Und so begann ich auch noch die zeitgenössischen Autoren der Seelsorgebücher aus dem 3L-Verlag zu verschlingen.

In dieser Zeit entstand ein erster Kontakt zu der „Interessengemeinschaft für Biblische Seelsorge“ (IfBS) in der Schweiz. Schließlich hatte ich das Vorrecht im Rahmen meines Studienurlaubs im Jahr 2012 als Gasthörer ein Semester am CCEF (Christian Counseling & Educational Foundation) bei Philadelphia in Pennsilvania zu besuchen. Über alle diese Begebenheiten kam es bald danach zu weiteren Kontakten in Deutschland und der sich dort anbahnenden Idee, ein Netzwerk für Biblische Seelsorge im deutschsprachigen Raum aufzubauen.

Der Ansatz der Biblischen Seelsorge ermutigt mich im Gemeindealltag immer wieder auch angesichts von Leid, Sünde und Schwachheit darauf zu vertrauen, dass Gott sein Werk, das er in den Gläubigen angefangen hat, gewiss auch vollenden wird. Zu erkennen, dass das höchste Ziel meiner Existenz die Ehre und Anbetung Gottes ist, gibt meinem Leben höchsten Sinn und vollkommene Erfüllung. Zu wissen, dass wir es mit einem souveränen und gerechten Gott zu tun haben, schenkt mir Trost und Gelassenheit auch dort, wo ich selber nur ohnmächtig und sprachlos bin. Zu sehen, dass Gottes Wort lebendig und wirksam ist, dass es sündige, verhärtete oder verbitterte Herzen heilsam entlarvt und durch Gottes Gnade verändert – selbst wenn sich schlimmste äussere Umstände nicht (sofort) verändern bzw. verhindern lassen sollten, bin ich immer wieder erstaunt über unseren wunderbaren und treuen Erlöser und Hirten Jesus Christus, von dessen Liebe uns nichts und niemand je trennen und aus dessen Hand uns niemand je reißen könnte.

Was für eine unerschütterliche Hoffnung! Was für ein herrlicher Gott! Weshalb also Biblische Seelsorge? Weshalb nur Biblische Seelsorge? Genau deshalb: denn „Das ist mein Trost in meinem Elend, dass dein Wort mich am [ewigen] Leben erhält!“ (Psalm 119,50) … zu Gottes Ehre und zu unserer ewigen Freude!

Oliver Meyer
Oliver MeyerPastor

Oliver ist als junger Erwachsener mit 21 Jahren zum Glauben an Jesus Christus gekommen und war eigentlich von Anfang an in seiner Gemeinde mit seelsorgerlichen Themen konfrontiert. Zunächst begann er, Jura zu studieren, aber mit der Zeit wurde es ihm ein immer größeres Anliegen, mehr Zeit mit Gottes Wort zu verbringen und sich gezielt ausbilden zu lassen. Zwei Jahre nach seiner Heirat mit seiner Frau Kathrin, führte ihn der Herr zum Theologiestudium in die USA. Dort studierte er zuerst in Iowa beim Faith Baptist Theological Seminary (www.faith.edu) und später am Baptist Bible Seminary in Clark Summit, Pennsylvania (www.clarkssummitu.edu/seminary).

Im zweiten Jahr (1996) im Seminary in Iowa, belegte Oliver seinen ersten Seelsorgekurs, der von zwei Pastoren der Faith Baptist Church in Lafayette, Indiana gelehrt wurde (u.a. Pastor Bill Goode, Vorgänger von Steve Viars – www.faithlafayette.org). Dieser Kurs wurde für Oliver zu einem absoluten Aha-Erlebnis! Zum ersten Mal erhielt er praktische biblische Antworten auf seelsorgerliche Fragen. Am Ende des Kurses kamen die Pastoren auf ihn zu und fragten, ob er interessiert wäre, für ein Jahr als Gemeindepraktikant nach Lafayette zu kommen. Das war im Jahr 1999. Dort nahm Oliver unter anderem am 11 Week Counseling Training Kurs teil. Das Besondere an diesem Seelsorgetraining ist, dass alle Teilnehmer am Vormittag in Biblischer Seelsorge ausgebildet werden und am Nachmittag Beisitzer in der seelsorgerlichen Beratung sind. Während seines einjährigen Praktikums in Lafayette erhielt Oliver seine NANC/ACBC Zertifizierung.

Nach seiner Rückkehr nach Deutschland, zusammen mit seiner Familie, arbeitete Oliver zunächst vollzeitig in einem Industrieunternehmen und diente aktiv in seiner Gemeinde.

Seit 2004 ist er Pastor der Freien Baptisten-Gemeinde in Erlangen (erlangen.freie-baptisten.de). Er lehrt seit 2009 Seelsorge als Teil des Gesamtlehrplanes in der Gemeindebibelschule (Theologisches Trainingszentrum ttz.freie-baptisten.de/).

Oliver ist verheiratet mit Kathrin, die beiden haben zwei Töchter.

Auf die Frage, weshalb Biblische Seelsorge für ihn so wichtig ist, antwortet Oliver:  Ich sehe die Biblische Seelsorge nicht als einen Teilbereich meines Dienstes. Vielmehr sollten der gesamte pastorale Dienst und die Gemeinde durch eine seelsorgerliche Haltung geprägt sein. Um das in der Gemeinde voranzubringen, führen wir bei uns in der FBG Erlangen regelmäßig Schulungen in Biblischer Seelsorge durch. Auf diese Weise werden die Geschwister zugerüstet, einander mit Gottes Wort zur Seite zu kommen und einander zu ermutigen und zu ermahnen.

Seit Anfang 2018 findet in Erlangen eine Seelsorgeschulung durch ein Team des OiC (discoveroic.org/) statt. An dieser intensiven Schulung nehmen 60 Teilnehmer aus ca. 16 verschiedenen Gemeinden teil – über 20 Teilnehmer des Seminars sind Mitglieder der Gemeinde in Erlangen. Durch sie soll der Dienst am Nächsten in der Gemeinde in Erlangen zukünftig noch weiter gestärkt werden.

Wer steckt hinter dem NBS?

Vorab: Wir verstehen die Förderung Biblischer Seelsorge in den Gemeinden als einen Auftrag Jesu und die Arbeit in diesem Netzwerk als Dienst zu diesem Ziel. Insofern glauben wir, dass Jesus Christus, trotz aller menschlichen Unzulänglichkeit der beteiligten Leute, selbst hinter dem Anliegen dieses Netzwerks steht. Sonst gäbe es keine Existenzberechtigung.

Ein paar Sätze zur Entstehung

Nach ersten Gesprächen von Michael Martens mit Christian Andresen in 2009 gab es 2011 ein Treffen der beiden und Michael Leister, um über Möglichkeiten der Förderung Biblischer Seelsorge und eine Vernetzung der Seelsorgearbeit in Deutschland zu sprechen.

Das heißt keineswegs, dass es nicht schon früher Überlegungen und Bemühungen anderer mit dem Anliegen der Vernetzung Biblischer-Seelsorge-Initiativen in Deutschland gab – aber uns waren keine bekannt. Wir hatten voneinander gehört und unsere Seelsorge-Ausbildung und Prägung jeweils im Umfeld der Biblical-Counseling–Bewegung erfahren. Diese ist in den letzten Jahrzehnten besonders in den USA stark gewachsen.

Im Herbst 2012 entstand der Kontakt zu Thomas Wohler von der Interessengemeinschaft für Biblische Seelsorge in der Schweiz. Von Friedhelm Anhuth vom 3L Verlag bestanden schon lange Beziehungen zu allen anderen Beteiligten aufgrund der Bücher über Biblische Seelsorge, die der Verlag regelmäßig herausbringt. Dazu kam Oliver Meyer aus Erlangen, der im Rahmen seiner theologischen Ausbildung Biblische Seelsorge kennengelernt hatte.

Anfang 2013 kam es in Deutschland schließlich zu einem Treffen mit dem Leiter von CCEF („Christian Counseling and Educational Foundation“, PA, USA). Gedanken über eine Seelsorgekonferenz in Deutschland wurden ausgetauscht, die erste Konferenz für 2014 mit Ed Welch von CCEF als Gastredner geplant und die informelle Gründung des Netzwerks Biblische Seelsorge vollzogen. Grundlage war das Confessional Statement (Seelsorgeverständnis) der Biblical Counseling Coalition in den USA, in der viele Organisationen und Institutionen mit dem Anliegen Biblischer Seelsorge vernetzt sind und die inzwischen stärker internationale Beziehungen pflegt und die erste international ausgerichtete Konferenz für Biblische Seelsorge im Juni 2016 in Chicago durchführen wird.

Die oben genannten „Akteure“ leiten heute den 2015 offiziell gegründeten „NBS Netzwerk Biblische Seelsorge e.V.“ und werden sich in den nächsten Monaten persönlich vorstellen. Wir wünschen uns, dass das Netzwerk auf diese Weise nicht nur an den Konferenztagen ein persönlicheres Gesicht bekommt.